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Hypnobirthing, Mentale Geburtsvorbereitung & Co.

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Geburt ist eine Grenzerfahrung. Du wirst vermutlich an deine körperlichen und psychischen Grenzen und möglicherweise auch weit darüber hinaus geführt. In solchen Situationen ist es selbsterklärend, dass es eine gute Idee ist, vorbereitet zu sein. Ein klassischer Vergleich ist hier der Marathon oder eine Bergbesteigung. Beides kann man unvorbereitet machen, eine gute Idee ist das aber nicht.

Was es mit Hypnobirthing, mentaler Geburtsvorbereitung oder ähnlichen Formen der Geburtsvorbereitung auf sich hat, welche Vorteile es Dir für die Geburt Deines Babys bietet und warum so eine Vorbereitung auch bei einem Kaiserschnitt von Nutzen ist, davon möchte ich Dir in diesem Blogbeitrag erzählen.

Der Nutzen von Achtsamkeitspraxis

Die Grundlagen all dieser Techniken und Kurse entstammen im weitesten Sinne der Achtsamkeitspraxis. Je mehr Übung Du darin hast, bewusst zur Ruhe zu kommen, die Kontrolle über die eigenen Emotionen zu behalten und Geschehnisse um Dich herum zunächst einmal wertfrei, geduldig und vertrauensvoll anzunehmen, desto leichter fällt es Dir in herausfordernden Situationen ruhig zu bleiben. Und Ruhe und Entspannung sind das Wichtigste für Deinen Körper um das „Programm“ der Geburt ungestört meistern zu können.

Das weltweit bekannteste Achtsamkeitstraining (MBSR Mindfulness-Based Stress Reduction) wurde von Jon Kabat-Zinn entwickelt. Später entwickelte die Hebamme Nancy Bardacke daraus ein Kursformat, dass die Elemente des MBSR nutzt um sie in der Geburtsvorbereitung anzuwenden: Den MBCP-Kurs (Mindfulness Based Childbirth and Parenting).

Welche Tools gehören dazu?

Die wichtigsten Elemente aus dem MBCP-Konzept sind Entspannung (was nicht dasselbe ist wie auf der Couch zu liegen), Achtsamkeit (hier insbesondere die Themen Vertrauen, Akzeptanz, Geduld, Loslassen), der Umgang mit Emotionen, innere Verbindung zum Baby, Partnerübungen und nicht zuletzt das Thema Schmerzbewältigung.

Schmerz ist nicht gleich Schmerz

Das Thema Schmerzbewältigung ist wirklich spannend! In der Geburtsvorbereitung machen wir uns den Umstand zunutzen, dass Wehenschmerzen nur relativ kurzzeitig auftreten und es (meistens) Pausen zur Erholung gibt. In aller Regel bauen sich die Wehenschmerzen auch langsam auf, so dass wir üben können, diese zu bewältigen. Hier gibt es hervorragende Methoden um einen positiven und bestärkenden Umgang damit zu finden!

Hypnose

Hypnose klingt nach Zaubertrick und Bühnenshow, aber das ist hier ganz sicher nicht gemeint! Bei dem Thema Hypnose geht es darum dass Du lernst, Dich selber in einen Zustand zu begeben, in dem Du die Außenwelt möglichst ausblenden und Dich ganz Deinen Instinkten hingeben kannst und das zulässt, was jetzt gerade seinen Raum braucht. Das ist ungeheuer wichtig, denn nur so können die Vorgänge der Geburt ungestört ablaufen und die Geburt wird kürzer und schmerzärmer. Marie F. Mongans Methode „Hypnobirthing“ hat hier wichtige Grundlagen gelegt.

Warum ist das wichtig?

Die Geburt Deines Kindes ist ein elementares Erlebnis das Dich für immer prägen wird. Womit ich nicht sagen will, dass man negative Geburtsverfahrungen nicht auch wieder zu einem gewissen Grad heilen kann, aber es ist doch wünschenswert, dass es erst gar nicht dazu kommt. Und zwar aus drei Gründen:

  • Das Geburtserlebnis ist untrennbar mit Deinem Kind verbunden. Es ist Eure Geschichte! Und es soll von Anfang an eine traumhaft schöne Geschichte sein.
  • Die Erfahrung, etwas so krasses wie eine Geburt aus eigener Kraft zu meistern, schenkt Dir die Gewissheit, dass Du es kannst und dass Du auch spätere Herausforderungen (auch wenn sie ganz anderer Art sind) bewältigen wirst.
  • Belastende Geburtserfahrungen sind insbesondere für die Zeit direkt nach der Geburt eine enorme Belastung für die Psyche. In einer Zeit, in der Du eigentlich heilen und ausruhen musst, hat der Körper oft nicht die Kapazitäten auch noch die Geburtserfahrung zu verarbeiten. Hier besteht ein erhöhtes Risiko eine postpartale Depression zu entwickeln.

Achtsamkeit und Kaiserschnitt?

Und wie passt das jetzt mit einem Kaiserschnitt zusammen? Auch ein Kaiserschnitt ist ein ebenso elementares Erlebnis und er ist genauso prägend für das Zusammenleben mit Deinem Baby. Wie positiv kannst Du das Geburtserlebnis wahrnehmen? Wie gehst Du mit Angst, Anspannung und Stress um? Wie individuell kannst Du die Geburt Deines Babys wahrnehmen? Wie sorgsam gehst Du in der Zeit vor und nach dem Kaiserschnitt mit Dir selber um? Wie verbunden fühlst Du Dich mit Deinem Baby?
Auch hier kann eine achtsame Vorbereitung eine große Hilfe sein.

Welche Methode passt zu Dir?

Die Angebote unterscheiden sich in einigen Punkten, nicht nur in Zeitumfang und Geld. Es gibt Kurse, wie MBCP, die ich wärmstens empfehlen kann, die allerdings auch über einen Zeitraum von 9 Wochen gehen und eher zeitintensiv sind. Lies Dir in Ruhe die Kursbeschreibungen und Inhalte durch und guck dann was für Dich gut passt und was sich für Dich richtig anfühlt.